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Dienstag, 13. November 2012

Geschichten vom Räuber Plotzenhoff

gar kein Versuch...

Räuber Plotzenhoff hielt sich versteckt. So wie es Räuber eben gerne tun.
In einem Wäldchen versuchte er sich an einer Hütte. Das Ding war zwar krumm und schief aber immerhin hatte es ein Dach. Er schaffte es auch eine Feuerstelle zu errichten. Im Haus. Ohne das es abbrannte aber da Räuber Plotzenhoff niemals kochen lernte und sowieso keinen Kessel hatte, war die Feuerstelle nur zum wärmen da. Aber er war ansonsten ganz gut drauf. Die Natur tat ihm gut. Dort fand er seine Ruhe. Seine Kräuter, Pilze und Wurzeln und lebte fast wie ein Eremit. Fast, weil keiner zu ihm kam um Fragen zu stellen. Das ist nämlich das besondere an einem Eremiten.
Räuber Plotzenhoff hatte auch keinen weißen Bart, wie ihn Eremiten zu tragen pflegen. Sein Bart war eher grün, weil er so viele frische Kräuter aß. Und eine Laterne nannte er auch nicht sein eigen. Vielleicht fand er darum auch keine Weisheit aber das machte Räuber Plotzenhoff gar nichts aus.  Von Tag zu Tag wurde er kräftiger und wuchs auch bald wieder ein Stückchen. Wenn in irgendjemand so gesehen hätte, dann hätte er nie geglaubt, dass dies der kleine, schmächtige Räuber Plotzenhoff sein sollte. Er sah nämlich eher aus, wie ein Moosmännchen und roch wie ein Waldtännchen, hüpfte wie ein Häselein und suchte fette Würzelein...
Aber wie schon erzählt wurde. Es kam leider niemand zu Räuber Plotzenhoff. Und so blieb er für sich ganz allein.

...und nun schlaf`schön, mein liebes Kind.

Dienstag, 25. September 2012

Geschichten vom Räuber Plotzenhoff

 Der erste Versuch

Räuber Plotzenhoff hat lange nach einer passenden Frau Ausschau gehalten. Er hat sich sogar Gedanken darüber gemacht, wie sie sein müsste.


Irgendwann, als Räuber Plotzenhoff schon etwas älter war, hat er bemerkt, dass es ihm gar nicht mehr so sehr darauf ankommt, wie sie sein sollte oder wie sie aussah. Sondern eher darauf, das er überhaupt eine abbekam.

Räuber Plotzenhoff hat sich dann sehr intensiv umgesehen, viele Fragen gestellt und festgestellt, dass die richtigen, großen Räuber schon immer irgendwie eine Frau hatten. Das war also das große Geheimnis, dachte er sich. Also mach ich es jetzt ganz genau. Er lud sich eine schöne Prinzessin ein und tat von da an, wie er es vom schlauen Knecht des Herrn Ruprecht gehört hatte. Er wusch sich also täglich das Gesicht, rasierte sich glatt und kämmte sein Haar. Vor allem aber wurde Räuber Plotzenhoff ganz nett und zuvorkommend zu der jungen, schönen Königstochter und tat alles, was er dachte, dass sie es gern hatte.
Räuber Plotzenhoff machte das immer ganz genau und mit sehr ernstem Gesicht. Jede gute Tat strich er in seinem Buch mit einem dicken schwarzen Filzstift ein und wenn es eine besonders edle und große Tat war, dann trug er gleich zwei Striche ein. Räuber Plotzenhoff dachte sich, dass dann irgendwann schon das Geschenk kommen müsste. Immerhin tat er alles, was er konnte und die Striche würden das klar beweisen.
Leider war die Prinzessin kein verzauberter Frosch und nie versprach sie etwas oder gab ihm einen Kuss. Sie fand Räuber Plotzenhoff zwar sehr freundlich aber ans heiraten dachte sie nicht. Als sie dann nach sieben Wochen dahinter kam, dass der Räuber ein Buch führte, bekam sie große Angst vor ihm.
Eines schönen Tages, der Räuber Plotzenhoff war gerade damit beschäftigt sein Gesicht ganz glatt zu rasieren, setzte sich die kluge Königstochter in die Kutsche vom fleissigen Kaminbauer. Sie wurde nie wieder gesehen.
Darüber wurde der arme Räuber Plotzenhoff ganz traurig. Er wusste ja nicht, dass die Prinzessin weggelaufen war. Er glaubte, sie wurde entführt. Und weil es so viele große, starke Räuber, Ritter, Prinzen oder Knechte um ihn herum gab, mit denen er es ohne hin nicht aufnehmen konnte, (er war ein armer Räuber, der nicht einmal ein Schwert besaß,) wurde der arme, verlassene Räuber Plotzenhoff noch kleiner und noch schmächtiger als er ohne hin schon war. Er war so traurig, dass er ganz vergass sich zu rasieren und wenn er dann etwas sagen wollte und nicht dabei stehen blieb, fiel er immer über seinen langen Bart.


... Und nun schlaf schön, Liebes Kind.