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Dienstag, 21. Oktober 2014

Dienstag, 10. Juni 2014

Es ist zu spät um Pessimist zu sein...

Ich weiß, es ist ein langer Film. Es braucht Zeit.
Aber womöglich wirst Du feststellen, dass all die Probleme in unserem Land, mit denen anderer in Beziehung stehen. Und die Lösung dafür einfacher ist, als so mancher behauptet.
Womöglich wirst Du feststellen, dass Du nicht allein bist.
Und womöglich wirst Du einen Weg finden, es etwas leichter zu machen.

Denn es ist zu spät Pessimist zu sein...

http://youtu.be/TIYikJKTyb0

Dienstag, 3. Juni 2014

Indian Spirit und Karl May – wieder was gelernt

Einige haben es vielleicht mitbekommen aber für diejenigen, die es noch nicht wissen und interessiert sind, hier ein kurzer Abriss der mir bekannten Geschehnisse.

Im Grunde ging es um einen Skalp den Patty Frank einstmals von einem Swift Hawk gekauft haben will. Er notierte diese Errungenschaft auf einem Zettelchen und auf jenem stand auch, das jener Swift Hawk diesen Skalp im Zweikamp gegen einen Ojibwa erbeutet haben will und wie der Deutsche so ist. Jede Info wird akribisch festgehalten, auch die vermutlich ausgedachten. Denn Patty Frank war nicht nur Sammler, er war auch ein Geschichtenerzähler und notierte und sagt viel, aber nicht immer die Wahrheit. Trotzdem stands im Museumskatalog.

Jene Information also, das da ein Skalp im Museum herum liegt, erregte die Gemüter. Ganz besonders die, der vermeintlichen Nachkommen.
Die Frage allerdings, ob das wirklich ein Ojibwa war/ist, blie im sich aufbauschenden Skandal unberührt. So schreibt „TheGuardian“, dass sich das Museum strikt weigert diesen Skalp herauszugeben. Dort liest der empörte Brite auch, es sei Karl May darselbst gewesen, der zum Mythos der skalpierenden Indianer beitrug, was ja nicht stimmt. Also das Indianer skalpierten, denn so ist die landläufige und aktuelle Meinung darüber.

Aber was auch immer die landläufige und populäre Meinung ist, interessiert doch keinen selbst denkenden. Gibt ja auch immer noch Leute die glauben, Kleopatra sei eine waschechte Ägypterin. Oder man führe Kriege vornehmlich wegen Grundschulen, Frauen und Menschenrechten. Einige scheinen zu glauben, die Museumsleitung des Karl May Museums hätte ein Abo auf britische Tageszeitungen. Oder auch, dass US-amerikanische Gesetze in Deutschland gelten. Ja, auf so ein Gesetz wurde sich berufen. (NAGPRA)
Aber das ist alles kein Aufreger.

Auch nicht, dass Karl May im Zuge dieser Sache hübsch skalpiert wurde. Prinzipiell eine gelungen Karikatur und was solls? Der Mann hat schon einige Anfeindungen "überlebt". Ist ja auch längst verstorben der Mann. Und ein Toter fragt nicht nach, kann nichts sagen und wird sich bestimmt auch nicht beschweren.

Und das ist der eigentliche Punkt an der Sache. Da liegt ein Leichenteil herum. Kriegsbeute.
Die Brisanz liegt, meines Erachtens eben darin, dass es Kriegsbeute ist und zwar menschliche. Nicht irgendein Geweih oder ausgestopfter Karpfen, sondern ein Teil eines einstmals lebenden Menschen. Vielleicht eine Sioux, vielleicht ein Spanier, vielleicht ein Chippewa oder Engländer. Und es ist so, dass sich die Chippewa um ihre Ahnen kümmern. Der Tote selbst kann das nicht. Und darum geht es doch eigentlich. Um Totenruhe, um den letzten Willen vielleicht, um die Ehrenvolle und angemessene Bestattung.

Leider durfte ich feststellen, dass es einigen Menschen schwer fällt diesen Zusammenhang zu sehen. Und die Gründe sind wohl vielfältig.

Für diejenigen, die immer noch nicht verstehen (na die werden schon längst aufgehört haben zu lesen, oder?) hier ein paar Fragen um auf den Punkt zu kommen, den ich meine.
Was wäre, wenn Dein Ur-Urgroßvater, der vielleicht mal Soldat war, in irgendeinem Militärmuseum als krönendes Beispiel einer Kriegspraxis herumliegt?
Kam nicht an? Ja, ist schwierig für einige. Denn gegenüber der landläufigen Meinung sind einige von uns mit keiner sehr gut recherchierten Ahnengeschichte ausgestattet. Geradeso geht’s noch vier Generationen zurück, nicht wahr? Und selbst wenn die Familiengeschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, gibt es kaum noch einen Bezug. Wie wichtig Vorfahren sind, wie wichtig eine Familiengeschichte ist, wurde vielen von uns leider nicht gelehrt. Vielleicht sogar ganz bewusst. Könnten ja Nazis drunter sein oder sogar Sozialisten (kleiner Scherz) und das klebt an dir wie Scheiße am Schuh. Selbst wenn du das Zeug mit nem Stock abbekommst. Das stinkt!

Dann vielleicht das grausige Beispiel mit dem Lampenschirm? Sind ja schon in der Naziecke gelandet. Für alle, die nicht wissen: es geht um einen Lampenschirm, gefertigt aus Menschlicher Haut.
„Ach, das kann man doch nicht miteinander vergleichen!“.
Doch kann ich. Denn zu aller erst ist beides grausige, brutale Kriegsbeute.
Gut, ja ich sehe ein, dass der Schritt eine Lampe aus menschlicher Haut zu machen, eine ganz andere Bedeutung hat, als es dem ursprünglichen Krieger in Amerika jemals in den Sinn gekommen wäre. Das auszahlen von Skalpprämien allerdings kommt für mein Empfinden schnell in ähnliche Kategorien.

Und darum geht es. Das ist der Punkt an dem es auf eine gesunde Basis kommt. Es geht um einen Menschen und seine Nachfahren. Um Familiengeschichte und den Glauben, dass jemand, der nicht im ganzen (würdevoll) bestattet wurde, keine Ruhe findet. Und nun ist die Frage, wer fühlt sich dafür verantwortlich? Die Nachfahren vor allem. So wie eigentlich über all und wie bei uns. Oder ist dir wurscht wie du dich von Mama, Papa oder Großmutter verabschieden kannst? Und laufen wir nicht auch nach langer Zeit zu den Grabstätten unserer Lieben um uns an sie zu erinnern, das Grab zu pflegen.. sie nicht zu vergessen?

Also was habe ich gelernt?
Das man solche Dinge besser von Mensch zu Mensch bespricht und auch besprechen kann. Ohne Auswärtige Ämter, Anwälte und ohne Schlagzeilenverkaufende Sentimentanalysten, zu denen ich ab jetzt auch „The Guardian“ zähle.
Ich lernte, dass es Menschen mit starker Intension gibt, die vielleicht auch mal übers Ziel hinausschießen, aber die eben ein ernstes Thema mit sehr ernstem Hintergrund beleuchten.

Aber die wirklich starken Menschen haben das zuhören und miteinander sprechen nicht verlernt.
Die wirklich starken Menschen stehen nach vielen, vielen Stunden Flug mitten in Dresden, geben den Auftakt zu einem Fest und erzählen dann von sich. Stellen sich der Öffentlichkeit und ihren Fragen.

Ach, das Ergebnis wollt ihr auch wissen? Man einigte sich erst einmal, die Herkunft des fragwürdigen Skalps  in Erfahrung zu bringen. Gemeinsam.
Und sollte Patty Frank die Wahrheit notiert haben, so geht er auch in die Hände seiner Nachfahren zurück.

Was passiert aber mit den anderen? Da sind ja noch mehr...??


Mittwoch, 25. September 2013

Beziehungsweise IV

Sie fallen aus deinem Mund, diese Worte. Du läßt sie fallen. Sie klatschen auf, wie faule Früchte.
Soll ich das wirklich ernst nehmen? Oder besser doch Augen und Ohren verschliessen? Am nächsten Tag weißt du sowieso nicht mehr, was du gesagt hast.
Du fühlst dich schlecht. Verkümmert.
Alkohol? Alkohol.
Du redest Dich raus. Dein Rausch kam nicht vom Wein. Und vielleicht hast du recht. Soll ich darauf achten?
Oder lieber nicht? Ich könnte etwas finden, was dir wieder nicht passt. Man findet immer etwas, wenn man nur tief genug gräbt. Ich kenne dich gut und du mich. Zerfleischen wir uns um die Krankheiten herauszuschneiden oder nur, um überhaupt irgendetwas zu fühlen?



Montag, 23. September 2013

Bei allem Respekt...

Der Sommer ist vorbei und viel habe ich in dieser Zeit gelernt, gesehen und vertieft. Neue Ideen haben sich hervor gearbeitet. Zuerst nur Instinkt, dann Traum und schließlich Ziel. Und ich bin froh darüber, tanze manchmal wie ein kleines Mädchen kichernd und gackernd durch den Raum und freue mich auf diesen Weg. Freue mich, dass ich noch träumen kann, trotz allem.

Das ein Traum kein Leben ist und Träume selten das Leben erleichtern ist eine Erkenntnis, welche wohl am ehesten wert wäre, niedergeschrieben zu werden. Zum Überleben jedoch, kann ein Traum immer hilfreich sein. Sei er noch so illusorisch.

Schmerzlich wird es aber immer. Denn jeder Traum, jedes Ziel und jede Vision ist ebenso an das Gesetz des Verfalls gebunden, wie alles andere auf dieser Welt. Erst recht, wenn die Grundlage Gefühle sind, die nun einmal nicht ewig Bestand haben können. So wie rosarote Wolken eben. Dafür sind Wolken im allgemeinen viel zu flüchtige Wesen und zudem nicht in der Lage ihren Kurs selbst zu steuern. Du kannst zwar versuchen recht viel zu pusten und zu blasen, aber bei allem Respekt... so viel Wind kannst Du gar nicht machen. Du könntest dafür andere Dinge tun, aber dein Hang nach ausgerechnet diesen Wolken ist so immens groß, dass Du Dir lieber eine rosarote Brille aufsetzt, um der Tatsache und Einsicht zu entfliehen, das kein Tag ewig dauert.

Von allen Träumern hast Du es irgendwie so richtig vermasselt. Deine eigenen Träume und Ziele scheinen Dir nicht großartig genug zu sein. Es geht Dir immer um Deinen Ruf und die Ehre. Weniger um das, was man Leidenschaft für etwas nennt. Fürchtest Du, Deine Ziele könnten weniger wert sein als die der anderen? Oder fürchtest Du wirklich nur, zu versagen und wie ein Trottel dazustehen? Oder redest Du nur nicht über Deine Leidenschaften?
Manche Angst redest Du Dir schlimmer, manche weg. Nie ist es einfach, wie es ist. Mal tut es weh, mal nicht? Mal willst Du da sein, mal nicht. Mal ist es Dir wichtig, dann wieder nicht.

Du sagst oft Sätze wie: „Wenn ich Du wäre...“ oder „Wenn ich das so könnte, wie Du...“. Meine Lieblingssätze von Dir sind übrigens folgende: „Ich weiß manchmal nicht, was ich noch tun soll.“ und alle, die mit dem Wort „Früher..“ beginnen.
Früher, das Synonym für alles Gute und Beste. Das Synonym für rosarota Wolken. Du willst sie wieder zurück. Auf Gedeih und Verderb.
Nur leider klappt das nicht. Das hat es noch nie. Und das scheinst Du, trotz Deiner Lebenserfahrung nicht zu verstehen. Du hängst in der Vergangenheit und vermasselst dabei die Zukunft. Denn wie es ist, interessiert Dich nicht. Dich interessiert nur, wie es einmal war und das es verloren ist.
Welch Trauerspiel.

Wunderst Du Dich wirklich oder weißt Du im Grunde längst, dass es so nicht weiter geht?
Glaubst Du wirklich, Illusionen kosten nichts?

Bei allem Respekt. Dieser Sommer ist vorbei und er wird nicht wieder kommen.
Ich bin hier, aber wo bist Du?

Freitag, 8. Februar 2013

3 einfache Wahrheiten über Selbstverwirklichung – oder, was Dich gesund macht!


Kennt ihr die Bedürfnispyramide? Als ich die zum ersten mal sah, es war ein sehr abgespecktes Modell, hab ich nur mit dem Kopf geschüttelt. Nicht, das Maslow tatsächlich unrecht hätte. Zudem muss erwähnt werden, dass er diese Pyramide garnicht selbst gemacht hat. Aber jetzt geistert sie herum und dient allzuoft als Erklärung, wie der Mensch zu sein hat. Selbstverwirklichung als oberes, höchstes Ziel. Die Spitze der Pyramide.
Wusstet ihr, das er nur Personen befragt hat, die seiner Meinung nach, da oben längst angekommen waren?

Aber was ist Selbstverwirklichung. Die Antwort liefert meiner Meinung nach, Aaron Antonovsky.
  1. Verstehbarkeit
  2. Gestaltbarkeit
  3. Sinnhaftigkeit bzw. Bedeutsamkeit
Ganz egal, was es ist, dass sind die drei Erfahrungen, die jeder für sich selbst machen muss. Und egal worum es geht, auf Dauer geht es nur so. Ob Abi, ob Hausbau, ob Lernen, Beruf oder Diät(?). Verstehst Du? Kannst Du damit umgehen? Lohnt es sich für Dich? (damit meine ich nicht Geld, oder eine andere Art von Belohnung. Sondern das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Echten Erfolg eben, der ist mit nichts bezahlbar.)
Niemand kann Dir sagen, ob es der Sinn ist, ob es für dich bedeutsam ist, ob es sich lohnt oder was Du zu verstehen hast. 

Natürlich ist es nicht egal, welche Erfahrung Du gemacht hast. Ganz besonders jene, welche sich tief eingebrannt haben sind nicht egal. Die haben geprägt, haben Dich zudem gemacht, was Du jetzt bist. Um es mal salopp zu sagen; Du bist Deine Erfahrungen. Und falsche Erfahrungen gibt es nicht.
Wenn Du also die Erfahrung gemacht hast, das Du nicht Du Selbst bist, dass Du es nicht verdient hättest, dass Du zuerst andere Dinge zu erledigen hast oder dies und jenes dafür zu tun hättest, wenn Du die Erfahrung gemacht hast, anders zu sein als die anderen, nicht wahrgenommen zu werden, nicht gut genug zu sein, dann hast Du diese Erfahrungen eben gemacht. Aber, Du musst sie nicht für den Rest Deines Lebens machen. Selbst den tiefsten Erfahrungen, kann man ihre Bedeutsamkeit nehmen.

Oder; entlehnt aus dem Film „Matrix“: „Selbst sein ist wie verliebt sein. Niemand kann Dir sagen ob Du es bist. Es fließt durch Dich hindurch, vom Scheitel bis zur Sohle.“

Und noch kürzer:
Selbstverwirklichung gibt es nicht. Wirklich bist Du jetzt.

Eines noch will ich unbedingt hier her schreiben. Es ist wichtig und kann nicht oft genug gesagt werden. Selbst sein oder eben auch Selbstverwirklichung ist ein Bedürfnis. Kein Talent, kein schönes Auto oder das neue schicke Smartphone. Es ist so wichtig wie essen und trinken. Wen wunderts, das so viele Depressionen haben?

Quellen: 
http://de.wikipedia.org/wiki/Salutogenese,
http://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnishierarchie

und auch interessant dazu: http://www.youtube.com/watch?v=iXdGSf21Ros

Dienstag, 5. Februar 2013

Selbstbild in der Matrix

Das Selbstbild ist so begrenzt wie empfundene Störungen, die es bekämpfen.
Solche Störungen zu bekämpfen, erhält das eingebildete Weltbild.
Eingebildet darum, weil alle Weltbilder nur Illusion sein können.

Standpunktgespräche über Moral und unzählige Verhaltenstipps bereichern dieses ohnehin desaströse Bild, dass sich mehr aus Illusionen speist als von gelebter Realität. Das sich mehr mit Träumen beschäftigt als mit dem, was uns zu Träumern machte.

Zu träumen ist nicht schlimm, im Traum festgehalten zu sein, aber schon.
Selbst wenn es eines der schönsten Träume sein sollte, die je erträumt wurden, bleibt es nur eine Vorstellung im eigenen Kopf. Ein Kino, dass niemand sonst besuchen kann. Es führt zur Einsamkeit des Konsumenten, der süchtig nach sich selber ist und suchend nach seinen eigenen Heiligtümern die Begrenzung als eigen und wesentlich akzeptiert. Nur wer sich einbildet Schätze finden zu können, wird sie auch finden. Und es werden genau die sein, die er gesucht hat.
Damit er aber nicht aufhört seine Begrenzung zu akzeptieren, wird er den ganzen Schatz zwar sehen aber niemals erreichen. Den Träumer stört das nicht wesentlich. Für ihn ist das nur eine Frage des angehobenes Niveaus. Eine Art Level, das zwar im erhöhtem Schwierigkeitsgrade bewältigt werden muss aber sicherlich dazu führt, endlich das ersehnte Ziel zu erreichen. So bekämpft er die Störungen und immer auch ein wenig von sich selbst, dass zugunsten des Weltbildes ausgeblendet werden muss.

Wer in der heutigen Zeit nicht verrückt wird, nicht depressiv oder einfach wahnsinnig kann eigentlich nicht gesund gewesen sein. Denn zwischen eigenen Träumen und denen anderer hin und hergerissen zu sein, gleicht dem Leben in der Matrix.
Ob man sie durchschaut oder nicht, hängt maßgeblich davon ab, ob Du Menschen oder Rollenspieler siehst.

Mann und Frau, Gläubiger und Ungläubiger, Gerechte und Ungerechte. Krieger und Pazifisten, Kind und Haustier, Bildungsnahe und Bildungsferne, Arme und Reiche, Kranke und Gesunde, Schöne und Hässliche, Helden und Feiglinge, Licht und Dunkelheit.

Wer in die Rollenspielkiste greift, ist Teil der Matrix.
Und wer ein Weltbild aufrecht hält, programmiert sie.



Kleiner Nachtrag, weils so schön ist. Eine etwas andere Sicht aber bestimmt nicht schlechter.
http://kreisderboesendichter.blogspot.de/2013/02/reich-undoder-arm.html

Montag, 14. Januar 2013

Die Zwingenden

Du kannst nicht frei von Zwängen sein, sagen viele und meinen mit Zwang doch nur Notwendigkeiten. Diese sind in ihrem Wesen Lebenserhaltende, Leben-sichernde Aktivitäten, die durchaus über das Essen und Atmen hinaus gehen können. Zwang aber ist niemals notwendig noch gerechtfertigt. Es ist eine Krankheit, eine üble Vereinnahmung des Geistes und Diebstahl an Lebenszeit. Es ist die Forderung, zumeist ohne nachzudenken, sich etwas anzupassen oder sich einzuordnen, um einen reibungslosen Ablauf von irgendetwas zu gewährleisten.

Es ist die Geschichte der katholischen Telefonistin, welche Dich anruft um Dir irgendwas zu verkaufen, wohl wissend, dass sie nichts zu verkaufen hat, was wirklich notwendig für Dich wäre. Für sie allein ist es notwendig, da sie Nahrung braucht und ein warmes Heim. Anstatt sie nun diesen Job beiseite legt und protestiert, gibt sie die Verantwortung weiter. Denn wer essen will, soll auch arbeiten. Aber essen ist kein Zwang sondern eine Notwendigkeit und die Frage steht im Raum: Was ist Arbeit?
Ist das anrufen von tausenden und abertausenden Menschen wirklich Arbeit? Was erschafft sie damit? Was wird damit erreicht? Ist das verkaufen ihres Produktes wirklich notwendig? Ist das, was sie tut, ein Dienst am Menschen? Also Leben-sichernd, Lebenserhaltend?

Warum wird Arbeit immer mit Zwang verbunden?
Es liegt im Wort selbst, was den Ackerbau meint, der mit großer Mühe und mit viel Aufwand bewerkstelligt werden musste. Ponos und Labor, Ermüdung und schwere Arbeit folgen den Bemühungen und es galt als Leistung bis zur Erschöpfung durchzuhalten. Im Schweiße Deines Angesichts, sollst Du Deine Nahrung ergattern und nicht etwa mit Spaß und einem Lächeln im Gesicht. Nicht stolz sollst Du sein auf Deine Früchte sondern demütig und dankbar, dass es Dir überhaupt ermöglicht wurde, dem Hungertod zu entkommen.

Die Telefonistin ist wahrscheinlich demütig und dankbar. Auch wenn sie nicht im Schweiße ihres Angesichts zum Telefonhörer greifen muss. Oder vielleicht doch? Wie gesund kann ein Mensch sein, wenn er sich so derart belügen muss?

Dienstag, 1. Januar 2013

Erwartungsbrimbamborium

Es ist schon immer als seltsam bezeichnet worden; das Leben mit den Erwartungen anderer.

Bezeichnend auch ist, dass Menschen im allgemeinen kaum damit klar kommen, wenn sie ernst genommen werden. Schier unmenschlich wird es, wenn die sehnsuchtsvollen Träumereien nach Freiheit gänzlich erfüllt werden und jede Gelegenheit beweist, dass es wirklich und absolut nur von ihnen selbst abhängt, was und wie sie entscheiden und das jede ihrer Entscheidungen, so unwahrscheinlich sie auch sein mögen, als Entscheidungen eines autonomen Wesens anerkannt und respektiert werden. Was ab und an die natürliche Konsequenz zur Folge hat, dass nicht jeder Aktion eine Reaktion folgt. Dies nun weckt im besonderen Maße die wunderlichsten Gedankengänge und bildet auf groteske Art ein allzu menschliches Phänomen. Die Orientierungslosigkeit!

In der Tat kann man die Freiheit des Willens als Konzept des menschlichen Geistes und seiner Autonomie besonders in Beziehungen kennen lernen. In dieser Hinsicht könnten Menschen wirklich machtvolle Wesen sein und ganz und gar bewusst darüber werden, dass nicht jedes Naturgesetz beständig bewiesen werden muss. Besonders das von Ursache und Wirkung.

Doch die Evolution hat in unseren Gehirnwindungen so manchen Entwicklungsprozess nicht recht abschließen können. Wahrscheinlich hatte sie keine Zeit für solche Kleinigkeiten, immerhin galt es ja eines der intelligentesten und sozialsten Lebewesen am Leben zu halten. Man muss wissen, dass die Wahrscheinlichkeit zum Homo Sapiens zu werden bei circa 2 Prozent lag. Oder waren es gar 0,2? Nun ja, vollkommen egal, es ist ja so oder so irre wenig.

Die Annahme, jeder sei ein für sich selbst entscheidendes Wesen, wird um so delikater, je intensiver die Beziehung ist. Je nach dem eben, ob es eine Liebesbeziehung, eine Freundschaftliche oder eine Geschäftliche ist, gedeihen bestimmte Erwartungen. Eine ungefragt selbstverständliche Erwartung ist, dass der Partner eben etwas erwartet, was herauszubekommen die gebotene Tugend und Pflicht in jeder Art von Beziehung ist. Es spielt keine Rolle ob man die Regeln verstanden hat. Oder ob man sie als veraltetes Konzept längst über Bord geschmissen hat. Oder ob man meint, dass jeder locker mit sich selbst klar kommen müsse. Diese Annahme unabgeschlossener Gehirnwindungen erklärt auf trügerischste, höchst subjektive Weise, das alle Menschen unglaublich liebe Wesen sind, deren soziale Entwicklung schon immer darauf angewiesen war herauszufinden, was der andere denkt oder womöglich denken könnte. Es galt ja, so die seltsame Beweiskette, Gedankenkonstrukte des Gegenübers zu erraten, um sich nicht der Gefahr auszusetzen plötzlich vollkommen verlassen und allein mitten in der prähistorischen Pampa zu stehen. Eigentlich ist es ja der klare Beweis dafür, dass der Mensch nicht im entferntesten wirklich lieb oder sozial oder beides ist. Wäre dem so, wären solche Überlegungen ja vollkommen nutzlos und somit nicht einmal annähernd gedacht worden. Niemand hätte sich die Frage stellen müssen, ob das, was der andere denkt, irgendwelche Konsequenzen hätte. Man müsste auch nicht so einen „Bimbamborium“ um Beziehungen und ihren Status machen. Was seinerseits die Gehirnwindungen für solche Art von Gedanken ganz und gar überflüssig macht. Die Dinger hätte es nie gegeben. Aber sie sind eben da und in den meisten Fällen höchst aktiv.

Liebst Du mich noch? Willst Du mich noch? Gefalle ich Dir? Gefällt Dir, wie wir leben? Willst Du überhaupt was in Deinem Leben erreichen? Haben wir eine Zukunft? Was machen wir zum Abendbrot? Was soll ich einkaufen? Was soll ich anziehen? Soll ich die Tube Zahnpasta zuschrauben?

Werden alle diese Fragen konsequent im Sinne der vollkommenen Freiheit beantwortet, folgt das unglaubliche Desaster sozialer Verwirrtheiten und Orientierungslosigkeit. Man nimmt ihnen einfach das, wonach sie sich richten und schon immer gerichtet haben.

„Ob ich Dich noch liebe? Ja, wenn Du willst. Was wir heute Abend essen? Was Dir eben schmeckt, ich esse ja auch was mir schmeckt. Und natürlich kannst Du die Tube auch offen liegen lassen. Wenn´s mich stört, mach ich die allein zu. Ich kann das.“


Nach mehreren solcher Antworten trudelt so manche soziale Intelligenz frustriert um einen herum, in der Hoffnung doch noch eine irgendwie geartete Sinnfindung durch den Partner zu bekommen und tut man dann nichts in dieser Hinsicht, steht man plötzlich vollkommen verlassen und allein in der modernen Pampa herum.

Montag, 24. Dezember 2012

Für Euch

Die letzten Tage waren stürmisch. Ich bin umher gerannt, suchend und fokusiert. Am Rande meines Augenpaares ging vieles unbemerkt vorbei. Als sei die Welt wie ich geworden; rasend.

Lange habe ich nachgedacht, wie ich dieses Blogjahr abschliesse. Es gäbe noch so viel zu sagen, so viel zu erzählen. Ich habe durch Euch sehr viel erfahren können, denn ich durfte von Euch lesen. Man sollte ja meinen, dass man über alles irgendwann ausführlich und bis ins Kleinste gelesen hat.
Doch ihr seid der untrügliche Beweis, das dies nicht wahr ist.
Eure (Unsere) Zeilen sind vielleicht kein Helden - Epos, keine fantastische Story, kein Weltenanker, mit dem die Menschheit irgendwann die Welt aus den Angeln heben könnte, dennoch bewegt sich etwas. Ganz unbemerkt und ungewollt ändert vielleicht eine Zeile, ein Wort oder eine ganze Geschichte eine Sichtweise, eine Heransgehensweise eines Menschen oder bestärkt ihn, indem was er tut.
Ihr seid die Zauberer, die Aufklärer, die Liebenden, die Hassenden, die Zornigen... Ihr seid die, mit der Macht der Worte. Und selbst wenn nur wenige Eure Macht erkennen und finden, so ist doch klar, es bleibt nicht ohne Wirkung.

Ich möchte mich bei Euch bedanken, für dieses stürmische Bloggerjahr. Für das Lesen meiner Zeilen, insbesondere das Kommentieren. Auch für den fruchtbaren Austausch auf Euren Blogs. Vor allem aber für Eure Gedanken, die Offenheit in Euren Zeilen. Denn es gibt viel Geschichte auf der Welt, aber nur wenige Erzählende

Bis zum Jahresende möchte ich mich nun verabschieden. Im Januar, wenn Ihr mögt, lest Ihr Neues auf diesem Blog.

Richard Sturm hat unlängst dieses Werk ins Netz gestellt. Und ich fand es passend, vor allem weil dieses Jahr stürmisch war aber auch weil meine Geschichte auf blogspot.de eigentlich wegen ihm angefangen hat.
Besten Dank,  Herr Sturm auch für die Genehmigung es hier noch einmal posten zu dürfen.




Frohe Weihnacht Euch allen und einen wunderbaren, leichten Start ins neue Jahr.




Freitag, 30. November 2012

Die UN, der Bundespräsident und der ganze Rest


Es ist Freitag und ich bin nicht Volker Piespers. Auch wenn ich manchmal den ernst der Lage mit überspitzen Formulierungen zu verschärfen suche, kann ich heute nicht anders, als ernst zu bleiben.
Denn es ist ernst. Tatsächlich sogar tot ernst.

Der Ausschuss fordert den Vertragsstaat nachdrücklich auf, dafür zu sorgen, dass seine Arbeitslosenunterstützungssysteme das Recht des Einzelnen, frei eine Beschäftigung seiner Wahl anzunehmen, sowie das Recht auf gerechtes Entgelt achten."

Dies war bereits am 20. Mai des letzten Jahres Bestandteil der Abschlusserklärung eines UN-Berichts, der sich an Deutschland richtete. Doch was hat sich getan? 



Damals, ich weiß es noch nie wie heute, nahm ich diesen Abschlussbericht mit Genugtuung an. Ich dachte, voller Vertrauen in die Europäische Union, dass wenigstens diese Unrechtmäßigkeit nun endlich bekämpft werden könne. Stattdessen durfte ich in den letzten Tagen vernehmen, dass der Armutsbericht geschönt wurde, das Behörden trotz UN Berichtes weiterhin Kürzungen vornehmen und mit schier unglaublichem Zynismus dabei von Menschen sprechen, die zu einem Termin nicht erschienen. Wer weiß, was sich in den Behörden abspielt, wird mehr als nur ahnen, warum.



Ich persönlich vermute neben allerlei Kommunikationsschwierigkeiten, Starrsinn und unpraktikablen Forderungen mehr und mehr Widerstand der "Geketteten" aus Resignation und Depression. Was andernorts zu einem Therapeuten führt, macht aus Hartz IV-Empfängern einen aussätzigen Lump.

Einen Lump, der sich nicht nur dafür zu rechtfertigen hat, warum unsere Wirtschaft nicht genügend Arbeitsplätze zur Verfügung hat, der erhaltene Lohn nicht ausreicht um ein Leben bestreiten zu können, sondern der sich auch dafür zu rechtfertigen hat, dass es ihn immer noch gibt.

Als etwas anderes kann man das ja kaum bezeichnen?


So geschehen in meiner Umgebung. Ein Maler, anerkannter Künstler muss auf Hartz IV zurückgreifen. Neben den damals noch üblichen Maßnahmen zur Beschäftigung, die nun nicht immer mit Malerei und Kunsthandwerk zu tun hatten, wird ihm ein Atelier nicht gestattet. Folglich durften viele Bilder einfach so verrotten. Die Behörde sieht nicht, das ein Handwerk auch Platz und Lagerraum benötigt und anstatt dem Menschen zu helfen wird ihm das wichtigste, nämlich das, was zur Arbeit nötig wäre, einfach versagt. Kunst ist eben nichts wert?

Ebenso geschehen: Ein junger Mann begibt sich Frohgemut zur angewiesen neuen Arbeitsstelle. Er darf für circa 2,50 Euro die Stunde (das sind die Spesen) Grünflächen säubern, Bäche von Unkraut befreien und so weiter, während örtliche Firmen gerade so ihr Landschaftspfleger in Dienst und Brot halten können. Mittelständige Firmen und Betriebe sind es nicht wert?

Erwerbslose werden an Dienstleistungsunternehmen weitergereicht, welche angeblich des Allgemeinwohls dienen und eben nicht Arbeitsplätze bedrohen sollen. So wurden Männer und Frauen zum Beispiel in Kindergärten geschickt anstatt Kindergärtner und Kindergärtnerinnen (oder Hausmeister) einzustellen. Um den Personalschlüssel mancher Kindergärten ist es schlecht bestellt. Doch ausgebildetes Personal ist schwer zu finden, so sagt man. Aber das ist, meiner Meinung nach, Blödsinn. Es mag nur kein ausgebildetes Personal für einen Hungerlohn arbeiten und es hat, im Gegensatz zu Hartz IV Empfängern, ja doch noch eine Wahl. Kindererziehung und Betreuung ist nichts wert?
Eine Mutter wurde wegen einer fehlenden Unterschrift und wegen angeblichem nicht Folgeleisten der Mitwirkungspflicht auf 0,00 Euro sanktioniert. Neben Hunger und anderen Konsquenzen (Kündigung wegen Mietschulden) waren sie nicht nur von Obdachlosigkeit bedroht. Auch der achtjährige Sohn konnte eine dringende Therapie nicht besuchen, obwohl er nun wirklich nichts damit zu tun haben kann. Kinder sind es nicht wert?
 

Aber diese 'Kleinigkeiten' nur am Rande.



Ralf Boes kämpft seit Monaten öffentlich um das, was man hier Menschenrechte nennt und welche in die Verfassung Deutschlands aufgenommen wurden. Nach vielen Kämpfen, harten Sanktionen und manchen Gesprächen versucht er, die von der UN längst aufs schärfste kritisierte „Rechtslage“ Deutschlands zu ändern.

Das wichtigste aber wurde und wird immer noch einfach so unter den Tisch gefegt, ja ignoriert. Die Zuständigen wollen oder können nicht darauf eingehen, weshalb sich Herr Ralf Boes nun an den Bundespräsidenten selbst wendet.

Mehr Informationen finden man unter: http://grundrechte-brandbrief.de/
Die deutsche Verfassung findet man hier: http://www.bpb.de/nachschlagen/gesetze/grundgesetz/

Mittwoch, 29. August 2012

Ich beginne zu glauben


Ich beginne zu glauben, dass nur der schöpferische Geist das Nichts und seine Tiefen, ja auch Untiefen zu erkennen vermag. Der schöpferische Geist nur, da er von ordnender Natur ist und zu unterscheiden weiß, zwischen Chaos und dem, was man Nichts nennen möchte.
Ich beginne zu glauben, dass der schöpferische Geist von dieser Kraft genährt wird. Das er von ihr aber auch zerschlagen werden kann. Das er die endlose Leere in sich spüren und erfahren muss, die Sinnlosigkeit der kleinen Freuden eines Leben. So kann sich Genuss und Leidenschaft im Nichts verlieren, ganz wie das Leben selbst.
Es verliert sich einfach in Grenzenlosigkeit.
So verliert sich die Bedeutung von Weisheit, von Zeit, von Erfahrung und Individualität darin.
Ich beginne zu glauben, dass jeder schöpferische Geist diese Fahrt machen muss. Weil dort der einzige Ort ist, ohne Spiegel. Ohne Masken, ohne Bilder.
Es ist der reinste aller Plätze. Den nur das eigene Licht, der eigene Geist zu erhellen vermag.

Ich beginne zu glauben, dass die großartigsten unter uns von dieser Reise gestärkt zurück kehren.
Sie traten die Reise nicht der Weisheit wegen an, sie mussten es einfach tun.
Vielleicht wussten sie selbst nicht warum. Sie mussten es tun, wie man atmen muss. Und sie kamen zurück. Angefüllt mit Wissen, dass man nur schwer teilen kann.

Darum ist es wohl schwer es zu erklären, obwohl es so viel zu erzählen gäbe.
Doch jede Erzählung wäre gefärbt vom eigenen Selbst. Die Weisen schweigen, wenn man nicht fragt.
Es ist die Einsicht, dass Worte selten ausreichen und es ist die Einsicht, dass man zwar die Tore zeigen,
aber sie für andere nicht öffnen kann.

Ich beginne zu glauben, dass jene großartigen Reisenden sich den Platz in der Welt durchaus verdient haben.
Sie haben ihn sich erkämpft.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Ich konnte nicht schlafen

Ich kann nicht schlafen obwohl ich zum tot umfallen müde bin.
Vielleicht liegt es an der plötzlichen Hitze, der ich nicht entkommen kann. Sie legt einen Schleier heißer Glut auf meinen Leib und tränkt die Laken mit ungeträumten Phantasien.
So entstanden schon viele Texte. Viele Dramen. Viele Gedanken. Und so horche ich auf mich, auf die Welt und alles was sich mir offenbart.

Vielleicht kann ich nicht schlafen, wegen der Musik von gegenüber. Dröge zittert sie über wenig Luftmeter in mein weit geöffnetes Fenster. Es ist Radiomusik. Irgendwas zwischen 80igern und dem, was jetzt immer läuft. Dieser Nachbar oder diese Nachbarin hat noch Licht im Raum und hört und hört und hört. Es schenkt mir das klebende Gefühl von Mainstreem. Eine Sängerin wimmert kläglich zu massivem Bass und seichtem Klavier.

Vielleicht liegt es aber auch an den Mücken. Sie summen und sirren. Heftig versuche ich mich ihrem Heißhunger mit derben Schlägen zu entwinden. Manche ließ ihr Leben. Manche hat Beute gemacht.
Die Frau hört auf zu wimmern. Crescendo überflügelt ihr Geschrei. Wenigstens hält sie dabei den Ton.

Oder es liegt an der Straßenlaterne. Dieses gelbe Licht ist angenehmer als das weiße, welches ich aus früheren Tagen kenne, doch dafür summt sie in einem so abscheulichen Ton. Die ganze Nacht.
Ein martialischer Rapperchor hat die anklagende Liebe abgelöst. Nur der Bass bleibt monoton und dauerhaft.

Es könnte auch an der Autobahn liegen und ihren Nachtfahrern. Die dicken Brummies kurbeln ihre Laster durch die Nacht. Ein sanftes brummen. Und ich denke daran, wie es wohl wäre, die Nacht lang durchzufahren.
Eine angenehme aber unsympathische männliche Stimme erklärt Straßennamen, Telefonnummer und Webadresse. Es ist ein Impressum. Vollkommen uninteressant aber wichtig.

Vielleicht kann ich aber auch nicht schlafen wegen der Flugzeuge? Oder, wenn ich gerade dabei bin nach oben zu schauen, liegt es an dem grandiosen, von Sternen übersäten Himmel, den ich den letzten Tagen und Wochen so selten zu sehen bekam. Wolken versperrten die Sicht.
Ah, das Licht drüben ist aus und das Radio gibt Ruhe.

Verdammt! Es war nur der Mainstreem.

Montag, 12. Dezember 2011

Postgotischer Ethnoswing und Weihnachtsstimmung

Heute wurde mir die Frage gestellt, die ja sehr gern und oft um diese Jahresendzeit gestellt wird.
Die Frage nämlich nach dem Weihnachtstress und weil derjenige, der diese Frage stellte, ein guter Mensch ist, war das negative Wort in der Frage gekoppelt mit dem positiven: Weihnachtsstimmung.

In Bedrängnis komme ich nun aber doch, da ich gestern den aufkommenden Weihnachtsstress auf direktem Weg und mit aller freundlichster Unterstützung den Garaus machen konnte ohne dieses Jahr auch nur einen Hauch von Weihnachtstimmung erlebt zu haben. Nach gefühlten drölftausend selbst gebastelten Bascetta-Sternen bekommt man zwar gut Hornhaut auf die Finger aber Stimmung macht das nicht unbedingt.
Eigentlich war der Besuch eines verkaufsoffenen Sonntags geplant, der fiel aber aus, denn trotz Sonntag war gar nichts an Geschäften offen. Schande auf mein uninformiertes Haupt.
Da aber freie Zeit nun einmal freie Zeit ist, schlenderten wir also wenig später durch Dresdens Innenstadt und die Weihnachtlichen Märkte, landeten dabei ziemlich schnell auf dem mittelalterlichen Markt im Stallhof. Grund dafür ist vor allem der viel bessere Geruch. Denn dort zieht nicht der Hauch von Majoran, Glühwein und Wurst durch die Luft. Eine Mischung, die mir persönlich immer einen kalten Schauer über den Rücken jagt und regelmäßiges „striezeln“ erheblich erschwert. Außerdem ist die musikalische Umrahmung im Stallhof wunderbar demokratisch eingerichtet. Man wird eben nicht dauerhaft beschallt von unzähligen Chören, Schlagerschnulzen und/oder Weihnachtlichen Pop/Rock-Evergreens, sondern darf sich von der Bühne entfernen. Man darf wählen zwischen Musik oder nicht Musik. Feine Sache das!
Vor allem wenn die Weihnachtsstimmung auf sich warten lässt, ist es dort möglich sich gemütlich zu platzieren und sich von ihr einholen zu lassen. Was das alles mit postgotischem Ethnoswing zu tun hat, will ich später noch erklären. Zuvorderst muss ja der Gerechtigkeit willen, die durchaus wenig interessante aber gewiss informative Begebenheit des heißen Mets erzählt werden. Selbigen hielten wir nämlich kurze Zeit nach unserem Eintreffen auch in der Hand. Weniger des Alkohols wegen, als mehr der Wärme, die sich schmeichelnd über unsere Hände und Kehlen ausbreitete. Es war aber auch so was von Arschkalt, obwohl die Sonne mit ihrer Anwesenheit auf blauen Azur glänzte. Nach dem unser Gehirn, wohl auch mit Hilfe des Mets, endlich davon überzeugt war etwas weniger komplizierte Denkvorgänge zu nutzen, (es war immerhin Sonntag) kamen wir auch dazu der Musik uneingeschränkt lauschen zu können. Bedauerlich, dass sie so schnell aufhörte aber andererseits waren wir mit Forzarello vergnüglich abgelenkt. So hielt sich die Trauerzeit wegen des oben genannten Swings in Grenzen, nur die Kälte wollte einfach nicht aufhören zu piesacken. Was darauf folgte, muss ja nicht extra erwähnt werden.
Natürlich muss irgendwann auch der Magen etwas zu tun bekommen und just in diesem Moment, wir standen bei Fladi und schwatzten, hat mich die Weihnachtstimmung abgeholt und ich kam auf die Idee sie mit guten Traditionen gebührend willkommen zu heißen.
Den ganzen Tag haben wir im Stallhof verbracht, lediglich ein kleiner Ausflug zum Dattelschlepper, welcher sich auf dem angrenzenden Markt befand, musste sein (Tradition eben). Leider gab es keine Mango mehr und leider werde ich nicht da sein können, wenn die nächste Lieferung ankommt aber ein paar wilde Feigen, Datteln mit Walnüssen und Ananas befriedigten zur genüge. Zurück im Stallhof ergatterte ich die ohnehin längst fällige Scheibe der Streuner (Na Endlich!) und so fanden wir uns bald wieder an der neu gewählten Stammtaverne ein. Augenscheinlich hatten wir sie ebenso sehr vermisst, wie wir sie und defacto konnten Forzarello den ersten von uns miterlebten Auftritt mit einem weiteren toppen. Satolstelamanderfanz spielten auch wieder auf und ja, genau jetzt kommt der Postgotische Ethnoswing zum tragen. Der hatte sich nämlich die ganze Zeit schon in mir breit gemacht ohne, dass ich davon wusste. So wippten wir wenig später unweigerlich mit. 
Eine unglaubliche Begegnung mit einer ganz fantastischen Tasche, will ich hier nicht weiter ausbauen. Nur soviel sei erwähnt. Diese Tasche hat einen extrem großen Einfluss auf unsere Pläne für nächstes Jahr. Fladi hat eine extreme Wirkung auf die Planung unseres nächsten Wochenendes und wir hoffen inständig, dass unsere „Stammtaverne“ auch dann mit ihrem Met gegen das Kälteempfinden zu wirken weiß.


Fazit eines Sonntags. Postgotischer Ethnoswing macht unbewusst süchtig, Forzarello beschwingt Todeskeulen, Fladi macht leckeren Fladen, Met hält nicht lange warm aber schmeckt trotzdem und liebevoll gepflegte Traditionen begünstigen die Weihnachtstimmung.


Randnotiz -1: Fladis Musiktipp – Valravn
Randnotiz – 2: mein Musiktipp - Satolstelamanderfanz

Dienstag, 25. Oktober 2011

Euro Krise vs. Miesen Krise

Wisst ihr genau, wie das funktioniert hat? Es gibt ja Menschen, die das durchblicken. Hab ich gehört. Also auch für den Fall, dass ich mich jetzt lächerlich mache, ich hab wirklich nicht kapiert, wie und warum. Ich hab gelesen, verglichen, recherchiert aber ich versteh es einfach nicht. Trotz aller Zahlen, Fakten und Reden von Politikern, Finanzexperten und Börsenmaklern (das fettgedruckte ist in seinem Zusammenhang durchaus ironisch gemeint) hab ichs nicht begriffen. Sie erzählen wirklich viel, aber irgendwie nie verständlich.Liegt wohl an mir.

Schade das Peter Lustig nicht mehr da ist. Und auch der Erklär – Bär scheint vollkommen von der Bildfläche verschwunden zu sein. Wo steckt der eigentlich? Jetzt, wo ich ihn so dringend gebraucht hätte. Das ist aber auch so typisch oder? Immer wenn man was braucht, ist es nicht da. Verwunderlich.

Verwunderlich ist auch die Welt der Börsen und Finanzen. Es hat schon etwas von Magie und Zauberei und die Illusionisten der Branche müssen wahre Künstler sein. Ich kanns mir eben einfach nicht erklären und muss daher zum infantilen Bild der Märchen- und Kinderwelt greifen. Wie sonst ließe sich denn auch erklären, aus etwas, das weniger als Nichts ist, noch etwas heraus zu bekommen? Klar, schon Jesus teilte das Brot und verteilte mit ihm Fisch an viele, viele Menschen. Außerdem machte er Wasser zu Wein. Göttliches Zutun nicht ausgeschlossen aber das ist ja gar nichts im Vergleich zum Finanzspektakel. Die konnten (und können es immer noch?) aus Miesen, also so was wie einem aufgegessenem Brot, noch mehr Brote machen.

Von wegen teilen und so.
Die teilen und vermehren. Gleichzeitig?! Wasser wird bei denen nicht zu Wein. Wer kann, der hat Champagner, Whiskey und Cola. Gleichzeitig!
Wie geht das denn?
Die Bad Banks sind jetzt voll mit so etwas. Mit Broten, die es eigentlich nicht gibt. Kann mir jemand erklären, wie man ein Brot, das ohne hin schon aufgegessen oder vergammelt ist, noch verkauft werden kann?

Sie nennen es Finanzkrise. Für mich (in meiner bescheidenen Unwissenheit) ist es mehr eine Miesen – Krise. Was genau lagert in diesen ominösen Bad Banks? Und wie viel? Oder sollt ich schreiben, wie wenig?
Wisst ihr es?


Gescheitere Infos, wie ich meine, findet ihr beim anderen Ökonomie Blog

Erklär-Video "Bad Bank" hier: http://www.youtube.com/watch?v=GxgusrdDCLY

Sonntag, 28. August 2011

Kharma

Schreib mir von der Angst, Stille,
von der Flucht vor den harten Tränen,
die mich nie wirklich verlassen haben.

Die ich nicht weitergab, weil sie niemand haben wollte.

Die ich nicht verschenkte, weil niemand so weinen sollte.

Schreib mir vom Morgen, Stille,

Als sei der Morgen ohne Anfang,
ohne Vergangenheit.

Schreib mir, Stille,
als sei das Leben neu und einzig jetzt.
Schreib in mir von der Leere, Stille,
von Selbstverständlichkeit und Wegen.

In klaren Lettern in die Mitte.

Schreib in mir fest die Stille.