Montag, 12. Dezember 2011

Postgotischer Ethnoswing und Weihnachtsstimmung

Heute wurde mir die Frage gestellt, die ja sehr gern und oft um diese Jahresendzeit gestellt wird.
Die Frage nämlich nach dem Weihnachtstress und weil derjenige, der diese Frage stellte, ein guter Mensch ist, war das negative Wort in der Frage gekoppelt mit dem positiven: Weihnachtsstimmung.

In Bedrängnis komme ich nun aber doch, da ich gestern den aufkommenden Weihnachtsstress auf direktem Weg und mit aller freundlichster Unterstützung den Garaus machen konnte ohne dieses Jahr auch nur einen Hauch von Weihnachtstimmung erlebt zu haben. Nach gefühlten drölftausend selbst gebastelten Bascetta-Sternen bekommt man zwar gut Hornhaut auf die Finger aber Stimmung macht das nicht unbedingt.
Eigentlich war der Besuch eines verkaufsoffenen Sonntags geplant, der fiel aber aus, denn trotz Sonntag war gar nichts an Geschäften offen. Schande auf mein uninformiertes Haupt.
Da aber freie Zeit nun einmal freie Zeit ist, schlenderten wir also wenig später durch Dresdens Innenstadt und die Weihnachtlichen Märkte, landeten dabei ziemlich schnell auf dem mittelalterlichen Markt im Stallhof. Grund dafür ist vor allem der viel bessere Geruch. Denn dort zieht nicht der Hauch von Majoran, Glühwein und Wurst durch die Luft. Eine Mischung, die mir persönlich immer einen kalten Schauer über den Rücken jagt und regelmäßiges „striezeln“ erheblich erschwert. Außerdem ist die musikalische Umrahmung im Stallhof wunderbar demokratisch eingerichtet. Man wird eben nicht dauerhaft beschallt von unzähligen Chören, Schlagerschnulzen und/oder Weihnachtlichen Pop/Rock-Evergreens, sondern darf sich von der Bühne entfernen. Man darf wählen zwischen Musik oder nicht Musik. Feine Sache das!
Vor allem wenn die Weihnachtsstimmung auf sich warten lässt, ist es dort möglich sich gemütlich zu platzieren und sich von ihr einholen zu lassen. Was das alles mit postgotischem Ethnoswing zu tun hat, will ich später noch erklären. Zuvorderst muss ja der Gerechtigkeit willen, die durchaus wenig interessante aber gewiss informative Begebenheit des heißen Mets erzählt werden. Selbigen hielten wir nämlich kurze Zeit nach unserem Eintreffen auch in der Hand. Weniger des Alkohols wegen, als mehr der Wärme, die sich schmeichelnd über unsere Hände und Kehlen ausbreitete. Es war aber auch so was von Arschkalt, obwohl die Sonne mit ihrer Anwesenheit auf blauen Azur glänzte. Nach dem unser Gehirn, wohl auch mit Hilfe des Mets, endlich davon überzeugt war etwas weniger komplizierte Denkvorgänge zu nutzen, (es war immerhin Sonntag) kamen wir auch dazu der Musik uneingeschränkt lauschen zu können. Bedauerlich, dass sie so schnell aufhörte aber andererseits waren wir mit Forzarello vergnüglich abgelenkt. So hielt sich die Trauerzeit wegen des oben genannten Swings in Grenzen, nur die Kälte wollte einfach nicht aufhören zu piesacken. Was darauf folgte, muss ja nicht extra erwähnt werden.
Natürlich muss irgendwann auch der Magen etwas zu tun bekommen und just in diesem Moment, wir standen bei Fladi und schwatzten, hat mich die Weihnachtstimmung abgeholt und ich kam auf die Idee sie mit guten Traditionen gebührend willkommen zu heißen.
Den ganzen Tag haben wir im Stallhof verbracht, lediglich ein kleiner Ausflug zum Dattelschlepper, welcher sich auf dem angrenzenden Markt befand, musste sein (Tradition eben). Leider gab es keine Mango mehr und leider werde ich nicht da sein können, wenn die nächste Lieferung ankommt aber ein paar wilde Feigen, Datteln mit Walnüssen und Ananas befriedigten zur genüge. Zurück im Stallhof ergatterte ich die ohnehin längst fällige Scheibe der Streuner (Na Endlich!) und so fanden wir uns bald wieder an der neu gewählten Stammtaverne ein. Augenscheinlich hatten wir sie ebenso sehr vermisst, wie wir sie und defacto konnten Forzarello den ersten von uns miterlebten Auftritt mit einem weiteren toppen. Satolstelamanderfanz spielten auch wieder auf und ja, genau jetzt kommt der Postgotische Ethnoswing zum tragen. Der hatte sich nämlich die ganze Zeit schon in mir breit gemacht ohne, dass ich davon wusste. So wippten wir wenig später unweigerlich mit. 
Eine unglaubliche Begegnung mit einer ganz fantastischen Tasche, will ich hier nicht weiter ausbauen. Nur soviel sei erwähnt. Diese Tasche hat einen extrem großen Einfluss auf unsere Pläne für nächstes Jahr. Fladi hat eine extreme Wirkung auf die Planung unseres nächsten Wochenendes und wir hoffen inständig, dass unsere „Stammtaverne“ auch dann mit ihrem Met gegen das Kälteempfinden zu wirken weiß.


Fazit eines Sonntags. Postgotischer Ethnoswing macht unbewusst süchtig, Forzarello beschwingt Todeskeulen, Fladi macht leckeren Fladen, Met hält nicht lange warm aber schmeckt trotzdem und liebevoll gepflegte Traditionen begünstigen die Weihnachtstimmung.


Randnotiz -1: Fladis Musiktipp – Valravn
Randnotiz – 2: mein Musiktipp - Satolstelamanderfanz