Freitag, 22. Februar 2013

Die Lehre der Wanze

Die Lehre der Wanze

Zur sternbehang`nen Nacht
hab ich das Fenster aufgemacht.
Und du kamst zu meinem Licht.
Der Widerschein verführte Dich.
Dann schwirrtest du um diese Leuchte,
bis das Leben dir entfleuchte.
Nun frag ich, kleine Wanze,
was lehrt mich dieser Totentanze?

Vielleicht?

Da ich zu einem Licht nun streb,
als sei mein Sinn darin gelebt,
zu glauben an ein leuchtend Ziel
und es zu finden durch Gefühl?

Das es vergeblich wie dein Flügelschlagen
und der Grund ist zum versagen?
Lehrst du mich so, das auch das Licht,
nicht immer hält, was es verspricht?
Oder das ein schnelles Hin,
nicht immer ist auch ein Gewinn?
Vielleicht ist dieses Licht nur Glanz,

nur stark durch Dunkelheit und warnst
du mich mit deinem Ende,
auf das ich meinen Weg noch wende?

Fürwahr das Licht umgarnt und sucht mich
und eine lieblich Stimme ruft mich.
Lockt mit Hoffnung und mit Ruhm,
mit Anerkennung für mein Tun.
Was wird davon nur bleibend sein?
Und warum bilde ich mir ein,
das irgendwas von mir besteht,
länger als mein Leben geht?

Dein Panzer ist´s wohl nicht,
aber vielleicht dieses Gedicht?
So bleibt die Hoffnung doch bestehen,
nicht jedes Licht wird sinnlos gehen,
wenn´s nur von einem wird gesehen.