Donnerstag, 2. Oktober 2014

Ein vorletztes Interview

Die ersten Worte sind geschrieben. Der Anfang und das Ende stehen fest, die Welt ist rund und fantastisch nur der Hauptprotagonist hat ein Problem:

„Wieso muss es ausgerechnet die sein? Wie kannst Du mir das nur antun?“
Sein fragendes Gesicht schiebt sein unrasiertes Kinn nach vorn.
„Hast Du keine bessere Idee?“ Fragt er.
Ich beobachte ihn und glaube, dass seine Art sich zu bewegen viel zu pampig und steif ist.
Also lässt er sich an die Lehne fallen, legt seine Hände auf seinem Schoß ineinander und beobachtet seine Finger angestrengt. Dann kratzt er sich plötzlich unterm Kinn.
„Hübsch ist sie ja.“ Sagt er und scheint sich endlich damit anzufreunden. „Aber seit wann reicht mir das?“
„Gute Frage!“ Sag ich und schau in meine Notizen.
Seine langen Haare wedeln vom tiefen Seufzer nach vorn und dann wieder zurück. Das mit den Lungen hab ich jedenfalls ganz gut hinbekommen. Ja, das passt schon. Und Geduld hat er auch. Wie sich das gehört.
„Also, hübsch bist Du ja auch und das scheint ihr jedenfalls zu reichen.“
Er glotzt mich erstarrt an aber grinst dann wissend.
„Dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, Verehrteste.“
Mit dieser Antwort löst er sich in Luft auf.

Da werde ich wohl doch noch etwas an ihm arbeiten müssen.