Samstag, 8. September 2012

Ob und wie die vegane Menschheit die Welt retten kann



Ob und wie die vegane Menschheit die Welt retten kann (2)

Natürlich kam was dazwischen. Wie sollte es auch anders sein? Mit Zwischenfällen könnte ich mittlerweile ein ganzes Buch füllen. Aber Schwamm drüber. Was jetzt wirklich wichtig wäre, ist eine spannende Über- oder Einleitung zum Thema zu finden. Find ich aber nicht.
Muss es eben mal anders gehen. Ich fang mal mit einer Frage an.
Was ist so ziemlich das absurdeste, wenn es um „Bio“- Obst und Gemüse geht?
Ja, der Preis auch aber das so ziemlich seltsamste an ökologisch korrekt angebauten Früchten ist die Plastikverpackung drum herum. Irgendwie seltsam nicht?
Der gute Bauer gibt sich die größte Mühe Früchte heranzuziehen, die nicht Pestiziden oder anderer Chemie belastet sind. Er beschallt die glücklichen Früchte vielleicht sogar mit Beethoven und/oder Wagner, erntet in Eintracht mit dem Mondkalender nur damit so liebevoll gehätschelten Prachtexemplare aus dem Schoß von Mutter Natur in großen vergasten Kisten kilometerweit geschifft, geflogen und gekarrt werden. (Ironie ist Teil des Satzes und die Übertreibungen dienen zum verdeutlichen der großen Kunst des Erschaffens von…sagen wir mal Bio-Bananen).
Und weil Obst eben ohne Verpackung nicht halb so lecker aussieht wie mit den klaren Plastikfolien, muss darum natürlich eine schöne durchsichtige Tüte her, auf der dann mit großer, grüner Schrift „Bio“ steht.
Das ist so was von absurd, oder nicht?
Das ganze gibt es natürlich auch bei Birnen oder Äpfeln. Ja, bei jedweder anderen Frucht. Sogar „konventionelle“ Früchtchen werden „schön“ eingeschweißt und eingetütet. Das sieht nicht nur „gut“ aus, es erhöht auch den Tragekomfort in anderen Kisten oder Plastiktüten.
Ist das alles? Natürlich nicht!
Denn in der Tat kosten Bio-Bananen weniger als Bio-Äpfel oder Bio-Birnen.
Und das obwohl sie durch die halbe und vielleicht die ganze Welt gereist sind, was man vom Apfel oder der Birne vom Landwirt um die Ecke ja nun nicht behaupten kann. Selbst „konventionelle“ Früchte vom Bauern um die Ecke kosten mehr als konventionelle Bananen. Und wenn man Glück hat liegt sogar der Kilogrammpreis von Bio-Bananen unter dem Kilogrammpreis von „konventionellen“ Äpfeln oder Birnen. Nein, ich will jetzt nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, doch da nicht nur Bananen so behandelt werden sondern auch Orangen, Tomaten und andere tropische und nicht-tropische Leckereien drängen sich mir da schon ein paar Fragen auf. Zum Beispiel die Frage: Wie geht das überhaupt? Warum kosten Bananen weniger als Äpfel vom Baum um die Ecke? Und auch die nicht weniger wichtige Frage: Wie rette ich die Welt mit Plastiktüten?

Ich stelle mir gerade vor, wie die sächsische Residenz (ganz plötzlich vegan lebend) die Läden stürmen, die Gemüse und Obsttheken belauern um die „am besten aussehenden“ Früchte zu ergattern. Nicht nur die heimischen Lagerstätten wären ziemlich überfordert, auch die gelbe Tonne würde ganz schön zu tun haben.

Ich komme auch nicht umhin, mir bei diesem Szenario vorzustellen, wie die Läden reagieren würden. Ich glaube es würde höchstens drei Tage dauern, danach wäre Dresden erst einmal so ziemlich Fruchtlos, was manche vielleicht auf die Idee bringt, sich in der heimischen Flora umzusehen. Was für ein Gedränge gäbe es plötzlich im Wald und in den Auen. Vorgärten mutieren zu halben Bauerngärten und selbst der gutmütigste Landwirt würde bald Mauern um seine Felder setzen wollen, weil Gemüse und Obst vom Feld nicht nur lecker und frisch ist, sondern weil es auch irgendwie kostenlos ist. Ganze Brennnessel-Flächen wären wie kahl und nach fünf Jahren (oder so) müsste man sie unter Naturschutz stellen. Beim Giersch wäre es wohl ähnlich, so wie beim Ahorn und vielleicht der Linde. Schafgarbe und Sauerampfer würden ein Comeback feiern wie sonst noch nie und selbst das Eichelbrot wäre wieder in vielen Mündern.

Natürlich übertreibe ich maßlos. Am Extrem wird’s eben deutlich. Die Welt zu retten ist ja auch eine sehr extreme Sache. Und manche meinen, man könne das nur mit extremen Mitteln erreichen. Nachträglich bleibt mir nur zu erwähnen, dass Plastiktütchen, Flugzeuge, Autos und Schiffe nicht vom Tier stammen und somit irgendwie schon „vegan“ wären, oder?
Ich werd mal recherchieren. Meine Ergebnisse gibt es dann nächsten Freitag zu lesen. Es sei denn, mir kommt wieder was dazwischen. :-)