Mittwoch, 30. Januar 2013

Schreib doch mal...

Schreib doch mal ne Satire!

Eine wahnsinnig gute Idee und das vorgeschlagene Thema ist großartig. Ja, biedert sich gerade zu an! Was Menschen mit ihren Artverwandten veranstalten um sie irgendwie in ein mehr oder minder funktionierendes Konzept oder System zu drängen, bietet einen schier unerschöpflichen Variantenreichtum, dessen Skurrilität mit nichts zu vergleichen ist.

Doch allein der Versuch scheitert. Mal abgesehen davon, dass ich nicht ernsthaft Lustiges schreiben kann, sitzt mir dermaßen viel Kram im Nacken, dass jeder vernünftige und klare Gedanke schon im voraus und wohl wissend um seine Kurzlebigkeit, einen großen Bogen um mich macht. Wenn man weiß, dass man nicht lange zu leben hat, sucht man sich eben einen schöneren Ort aus. Einen mit klarer Luft, viel Sonnenschein und Ruhe. Denn es besteht für Gedanken ja durchaus die Chance, ein bisschen was zu bewirken. Bei mir bewirken Gedanken momentan nicht einmal mehr Kopfschmerzen. Sie kommen einfach nicht durch.

Das ist keine Schreibblockade. Das ist eine Gedankenblockade. Und warum sie da ist, weiß ich sehr genau! Kram eben.
Zum Beispiel soll ein Plakat erstellt werden. Nicht von mir, sondern von meinem Sohn. Aus unerfindlichen Gründen ist der Sinn eines Plakates meinem Sohn aber nicht geläufig. Das ließ sich zwar aufholen aber wofür? Also wozu soll dieses Plakat eigentlich da sein? Üben die in der Schule Protest ohne zu wissen wogegen man protestiert? Oder werden jetzt die Grundlagen zum verstehen von Printwerbung gelegt? Geht es um die Gestaltung eines Themas in bildlicher Form? Eine Veranstaltung ist jedenfalls nicht der Grund. So oder so, mein Sohn hat keine Lust darauf. Er versteht einfach noch nicht, dass man oft Dinge herstellen muss, die eigentlich niemand braucht. Die eben nicht nur sinnlos sind, sondern auch kaum über das Potenzial verfügen, wenigstens für eine mittelmäßige Unterhaltung gut zu sein. Löblich, das man jetzt schon die Kinder darauf vorbereitet eine Akzeptanz zu diesen Vorgängen zu entwickeln.
Das wird sie im späteren Leben sehr weit bringen.

Dann ist da noch ein Vortrag über eine Sehenswürdigkeit, dann muss er neue Hausschuhe haben, muss neue Sportsachen haben, muss ein komisches Monitor-Apple Kabel haben (Obst ist echt teuer!), muss zur Therapie, muss zur Diagnostik, muss das Handy aufladen, muss einen neuen Killer haben, muss einen Schreibblock haben, muss ein neues Geodreieck... muss eben immer viel haben und das sofort. Unter dem geht’s nicht. Alles muss sofort!

Ich muss auch, mein ich, sofort wohin. Irgendwie ist Fortkommen ja sehr wichtig geworden. Und wenn wir mal nicht fort kommen, dann tun wir wenigstens so. Wie man an diesen Worten sieht, geht das ohne Probleme. Viel geschrieben – wenig gesagt. Aber wenigstens kam es sofort!